Unterlagen & Briefing für die Kampfmittel-Luftbildauswertung
Sie möchten eine historische Luftbildauswertung auf mögliche Kampfmittel beauftragen und fragen sich: Welche Unterlagen müssen wir liefern, damit die Auswertung zügig starten kann und im weiteren Projektverlauf als belastbare fachliche Grundlage für die Kampfmittelprüfung dient?
Genau dafür ist diese Seite da: als praktische Checkliste für Projektleitung, Planung und Einkauf. Sie zeigt, welche Unterlagen wir für die Luftbildauswertung benötigen, welche Dateiformate sich bewährt haben und welche Angaben im Briefing helfen, damit die historische Verdachtsbewertung zügig und ohne unnötige Rückfragen starten kann. Eine anschließende technische Kampfmittelsondierung oder Kampfmittelräumung erfolgt durch dafür zuständige beziehungsweise zugelassene Fachunternehmen und wird nicht durch Uxo Pro durchgeführt.
Wenn Sie sich zuerst grundsätzlich informieren möchten, was genau wir anbieten, wechseln Sie am besten zur Seite Leistungen.
Vorab: Welche Frage soll die Auswertung beantworten?
Bevor Sie Pläne und Unterlagen zusammensuchen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Fragestellung. Die kampfmittelkundliche Luftbildauswertung wird umso hilfreicher, je klarer das Ziel formuliert ist. Typische Fragen aus der Praxis sind:
- Gibt es im Baufeld Hinweise auf Kriegseinwirkungen oder kriegsbedingte Veränderungen?
- Welche Teilflächen sollten aufgrund der historischen Auswertung im nächsten Schritt durch ein zugelassenes Fachunternehmen technisch überprüft werden?
- Gibt es Bereiche, in denen sich der Verdacht eher reduziert – oder bleibt die Datenlage insgesamt unscharf?
- Welche Bereiche sollten auf Grundlage der historischen Auswertung anschließend durch ein zuständiges Fachunternehmen technisch untersucht werden?
Angaben in diese Richtung helfen, Umfang und Darstellung sinnvoll auszurichten.
Im Mittelpunkt stehen zwei Informationen: Wo wird betrachtet? Und wie wird in den Boden eingegriffen? Alles Weitere verbessert die Einordnung und reduziert Abstimmungsaufwand.
Die wichtigsten Unterlagen, die Sie bereithalten sollten:
1) Projektgrenze und Untersuchungsgebiet
Eine Auswertung historischer Luftbilder bewertet immer ein klar abgegrenztes Gebiet. Je eindeutiger die Grenze, desto weniger Missverständnisse entstehen später. Geeignet sind zum Beispiel:
- ein Lageplan, in dem die Baufeldgrenze sauber markiert ist
- Flurstücke oder Flurstücksgrenzen, wenn damit gearbeitet wird
- digitale Projektgrenzen, falls sie bereits als Polygon vorliegen
- bei Trassen der Verlauf inklusive Breite, Knotenpunkte und Querungen
In vielen Projekten hilft es, nicht nur „das Baufeld“, sondern auch die Flächen zu markieren, die später gern vergessen werden: Zufahrten, Baustelleneinrichtung, Lagerflächen oder Bereiche, in denen man kurzfristig ausweichen könnte. Gerade dort passieren in der Realität oft Erdarbeiten – und genau deshalb lohnt sich die klare Abgrenzung.
Wenn die Planung noch nicht final ist, funktioniert auch ein pragmatischer Ansatz: eine verbindliche Grenze für den aktuellen Stand und eine zweite Linie als mögliche Erweiterung. Damit bleibt die Auswertung anschlussfähig, ohne dass man mehrfach von vorn beginnt.
2) Lageplan, Flurkarte, Übersicht
Für die Einordnung braucht es aktuelles Kartenmaterial. Meist reichen:
- Lageplan als PDF mit Maßstab und Orientierung
- Flurkarte oder ALKIS-Ausschnitt, wenn vorhanden
- bei größeren Vorhaben zusätzlich ein Übersichtsplan, der zeigt, wie das Gebiet im Umfeld liegt
Je besser die Pläne, desto leichter lässt sich die Projektgrenze auch in der Auswertung eindeutig wiederfinden und abgleichen.
3) Erdarbeiten: Art, Tiefe, Besonderheiten
Viele Rückfragen entstehen, weil „Erdarbeiten“ im Briefing zu allgemein bleibt. Für die praktische Aussagekraft der historischen Luftbildauswertung ist entscheidend, wie und wie tief später in den Boden eingegriffen werden soll. Diese Angaben helfen dabei, die Auswertung auf die für die weitere Kampfmittelprüfung relevanten Bereiche auszurichten. Sie ersetzen keine technische Untersuchung durch ein hierfür zugelassenes Fachunternehmen. Hilfreich sind zum Beispiel:
- Baugrube, Leitungsgraben, Schächte, Fundamente
- geplante Tiefen als Korridor, gern mit Mindest- und Maximalwert
- unterschiedliche Bauabschnitte, falls sich Tiefen oder Verfahren unterscheiden
- besondere Verfahren wie Bohrungen oder Rammarbeiten
Gerade bei Leitungsprojekten lohnt es sich, die kritischen Stellen im Plan zu markieren: Querungen, Knotenpunkte, Bauwerke, Anschlusspunkte. Dort sind die Eingriffe häufig komplexer als bei einem „normalen Graben“. Diese Angaben können für die anschließende technische Kampfmittelprüfung durch das zuständige Fachunternehmen relevant sein.
4) Oberfläche und aktuelle Nutzung
Ein kurzer Hinweis zur aktuellen Situation hilft bei der Interpretation und spart oft Abstimmungszeit, zum Beispiel:
- Asphalt, Beton, Schotter, Bewuchs
- Parkplatz, Gewerbefläche, Grünfläche, Brache
- bekannte Störquellen, wenn es sie gibt
Das muss nicht ausführlich sein – ein Satz oder zwei dazu reichen meist.
5) Historische Hinweise, wenn Sie sie haben
Wenn im Projekt schon Vorwissen existiert, lohnt es sich, das mitzugeben:
- frühere Nutzung, etwa Industrie, Bahn, militärische Anlagen
- Hinweise auf Aufschüttungen, Verfüllungen oder Trümmer
- bekannte Funde in der Umgebung oder aus benachbarten Maßnahmen
Fehlen solche Informationen, ist das kein Problem. Sie sind eher ein Bonus, der die Einordnung oft schneller und konkreter macht.
6) Zeitplan und Projektmeilensteine
Damit Ergebnisumfang und Priorität gut passen, hilft ein kurzer Zeitkontext:
- gewünschter Termin für die Ergebnisübergabe
- nächster Meilenstein, etwa Ausschreibung, Vergabe oder Baustart
- besondere Abhängigkeiten wie Sperrpausen oder Förderfristen
So lässt sich die Auswertung nicht nur fachlich, sondern auch organisatorisch besser ins Projekt einbetten.
Welche Dateiformate funktionieren in der Praxis?
Für den Start muss niemand Spezialformate liefern. Oft genügt:
- ein PDF-Lageplan mit markierter Projektgrenze
- ergänzende Pläne oder Schnitte, wenn sie Tiefen und Bauverfahren zeigen
- Fotos oder Baustellenpläne, wenn sie wichtige Rahmenbedingungen erklären
Wenn CAD- oder GIS-Daten ohnehin vorliegen, können sie helfen, Grenzen und Achsen genauer zu übernehmen. Pflicht ist das nicht – entscheidend ist die eindeutige Abgrenzung und die verständliche Beschreibung der Erdarbeiten.
Was Sie als Ergebnis erwarten sollten
Eine Luftbildauswertung ist keine technische Messung im Boden.

Katasterunterlagen zur räumlichen Einordnung einer geplanten Luftbildauswertung
Sie liefert eine nachvollziehbar dokumentierte historische Verdachtsbewertung. Diese dient dem Auftraggeber und den weiteren Projektbeteiligten als fachliche Grundlage für die Entscheidung über die nächsten Schritte der Kampfmittelprüfung. Eine technische Bestätigung oder Entkräftung eines Kampfmittelverdachts ist nicht Bestandteil der historischen Luftbildauswertung.
In der Regel sollten Sie am Ende drei Dinge in der Hand haben:
1. Bericht mit nachvollziehbarer Herleitung
Der Bericht sollte klar machen, welche Quellen genutzt wurden, wie bewertet wurde und wo Grenzen der Aussagekraft liegen. Wichtig ist eine verständliche Zusammenfassung: Was spricht für eine Auffälligkeit, was spricht dagegen, und wo bleibt Unsicherheit.
2. Kartierung mit relevanten Bereichen
Eine gut lesbare Kartendarstellung hilft, die Einschätzung im Projekt zu „verorten“. Relevante Teilflächen, Hinweise oder Punkte werden so dargestellt, dass Planung und Projektsteuerung damit arbeiten können – ohne dass jeder erst den ganzen Bericht „übersetzen“ muss.
3. Empfehlung für die nächsten Schritte
Die Auswertung unterstützt die weitere fachliche und organisatorische Planung. Sie ersetzt jedoch keine technische Kampfmittelsondierung oder Kampfmittelräumung und stellt keine Freigabe zur Durchführung von Erdarbeiten dar.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Unklare Projektgrenze
Wenn nicht eindeutig ist, welche Fläche betrachtet werden soll, wird es in der Auswertung zwangsläufig ungenau. Eine markierte Grenze im Plan löst das in wenigen Minuten.

Freifläche mit eingerichteter Baustelle nach unauffälliger Kampfmittel-Luftbildauswertung
Erdarbeiten ohne Tiefenangaben
Ohne Tiefe bleibt die fachliche Auswertung der verfügbaren Luftbild- und Quellenlage häufig zu allgemein. Ein kurzer Korridor reicht meist schon, zum Beispiel „Baugrube bis ca. 3,5 m, Leitungsgräben bis ca. 1,8 m, punktuell Bohrungen“.
Unterlagen kommen stückweise
Mehrere kleine Nachreichungen kosten Zeit und erzeugen Missverständnisse. Besser ist ein Paket aus Projektgrenze, Lageplan, Erdarbeiten und gewünschtem Termin.
Warum saubere Grundlagen hier so viel Zeit und Risiko sparen, lesen Sie in diesem Beitrag: Warum eine historische Luftbildauswertung die weitere Kampfmittelprüfung durch zuständige Fachunternehmen unterstützt
Für eine erste Anfrage reichen drei Angaben
Wenn Sie schnell starten möchten, genügen meist:
- Plan mit markierter Projektgrenze
- kurze Beschreibung der Erdarbeiten mit Tiefen
- gewünschter Termin oder nächster Meilenstein
Alles Weitere lässt sich danach sauber ergänzen.
Häufige Fragen zu Unterlagen und Briefing für Luftbildauswertungen
Wissenswertes zu Ausgangsdaten, Projektumfang und möglichen Unklarheiten
Nicht jedes Projekt startet mit vollständigen Unterlagen oder einer eindeutig definierten Datengrundlage. Hier finden Sie Antworten auf wichtige Fragen dazu, welche Informationen benötigt werden, wie mit offenen Punkten umgegangen wird und was bei abweichenden Ausgangslagen zu beachten ist.
Funktioniert eine Luftbildauswertung auch, wenn die Projektgrenze noch nicht final ist?
Ja. Wichtig ist eine Arbeitsgrenze für den aktuellen Stand. Wenn sich das Baufeld später ändert, lässt sich das im nächsten Schritt abgleichen.
Was passiert, wenn die Datenlage nicht eindeutig ist?
Dann wird das transparent benannt. Eine gute Auswertung zeigt nicht nur Befunde, sondern auch Erkenntnislücken – damit das Projekt im Zweifel konservativer geplant werden kann, statt sich auf Scheinsicherheit zu verlassen.
Müssen historische Unterlagen geliefert werden?
Nein. Wenn Hinweise vorhanden sind, sind sie hilfreich. Die Datenbasis wird in der Regel über passende Luftbilder und ergänzende Quellen aufgebaut.
Unterlagen checken lassen
Senden Sie uns Ihre Dateien oder Fragen zur Luftbildauswertung – wir prüfen kurz, was noch fehlt.
Ob vollständiges Paket oder nur ein erster Stand: Wenn Sie uns die vorhandenen Unterlagen (oder eine kurze Beschreibung des Vorhabens) schicken, geben wir Ihnen zeitnah Rückmeldung, ob alles für eine zügige Kampfmittel-Luftbildauswertung vorliegt – und welche Angaben/Dateien ggf. noch sinnvoll wären. Auf Wunsch erhalten Sie auch eine kurze Einschätzung zum weiteren Vorgehen.
Nachdem Ihre Anfrage bei uns eingegangen ist, melden wir uns schnellstmöglich zurück. Wenn es besonders eilig ist oder große Datenmengen anfallen, schreiben Sie das einfach kurz dazu – dann finden wir den passendsten Weg für die Übergabe und den nächsten Schritt.